IPS-INTER PRESS SERVICE NACHRICHTENAGENTUR - Die Welt anders sehen Partner Archivsuche Newsletter Buch-Tipps Bildergalerie Links Impressum
WELTBLICK Online VOICES OF THE SOUTH ON GLOBALIZATION
contact@ipsnews.de Home Über uns Interviews Videos Blog NEWS Nach Regionen Nach Themen Zur Umwelt Vereinte Nationen RSS Registrieren LogIn




 

 











Bildergalerie

Afrikanische Portraits

Auf fünf Reisen nach Afrika entstanden die vorliegenden Portraits - nicht beiläufig, sondern fast immer nach Absprache. Ein Termin wurde vereinbart, und die Menschen, die ich vorher in Alltagssituationen kennen gelernt hatte, zeigten sich mir nun in ihrem Sonntagsstaat, um sich in aller Würde von mir ablichten zu lassen.

Die Ruhe, die die meisten dabei ausstrahlen, täuscht: Kaum war der erste Klick des Auslösers zu hören, waren sie schon wieder unterwegs. Es war schwer, sie zu einer zweiten, dritten Aufnahme zu bewegen. Nachbarn und Kinder drängten sich oft hinzu, im Hof wurde gekocht, gewaschen, repariert. Ich musste schnell arbeiten und wegen der extremen Lichtverhältnisse immer wieder improvisieren. Aber improvisieren müssen in Afrika fast alle.

Abbild 1
Abbild 2
Abbild 3

Zu den Fotos:
Unser mediales Afrikabild ist geprägt von Katastrophen wie Hungersnöten, HIV-Aids und Kriegen. Die Menschen kommen dabei entweder als Täter oder Opfer vor. Ganz anders zeigen afrikanische Fotografen wie Seydou Keita oder Philip Kwame Apagya ihre Landsleute. Die Studiofotografie - das erste Fotostudio in Afrika wurde bereits 1868 auf Sansibar gegründet - gibt hierüber vielfältig Zeugnis. Inzwischen hat sie ihren Weg in zahlreiche westliche Ausstellungen gefunden, im deutschsprachigen Raum zuletzt 2002mit der Schau 'Flash Afrique' in Wien und Düsseldorf.

Abbild 5
Abbild 4
Abbild 6

Als zahlender Kunde, der sein Abbild in Auftrag gibt, bestimmt der Porträtierte die Ästhetik mit, in der er der Nachwelt überliefert werden möchte. So zeigen gerade die Studioaufnahmen das immer wieder von Moden beeinflusste afrikanische Selbstbild. Während der Fotograf in seinem Studio mit Requisiten die Szenerie bestimmt und die Alltagswirklichkeit damit ausklammert, sind die vorliegenden Porträts mitten im Alltag der Menschen aufgenommen: im Innenhof der Compounds wie bei den Frauen aus Sansibar (s. Abbild 6, 7), unterwegs bei den Massaifrauen (Abbild 2, 3) oder auf der Straße wie bei den Gelegenheitsarbeitern (Abbild 8, 9, 10). Auch hier nehmen die Menschen eine Haltung wie im Studio ein. Der Blick in die Kamera wird oft genug zum Ausdruck der Fremdheit gegenüber dem Eindringling, der manchmal bis zum Misstrauen gesteigert erscheint wie bei dem Dorfchef in Tanguieta im Norden Benins (Abbild 5).

Abbild 7
Abbild 8
Abbild 9

Die Porträts werden nicht durch scheinbare Dorfidyllen oder von Armut geprägten Straßenszenen kommentiert, denn der Alltag wird auch hier so weit wie möglich ausgeklammert. Die Fotos sind gestellt und doch oft genug im lärmenden Getümmel aufgenommen. Inmitten der improvisierten Situation sind so einige ikonenhafte Bilder entstanden wie die schwarze Madonna Sakima aus Pwani-Mchangani (Abbild 1) oder die patriarchalische Darstellung des Dorchefs aus Tanguita, das an die Herrscherbildnisse aus der europäischen Bildtradition erinnert.

Abbild 10

Copyright: Ina Zeuch

Magazin zur Entwicklungspolitik
Das Magazin wird vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung herausgegeben
 
Welthungerhilfe
Die Welthungerhilfe leistet Hilfe aus einer Hand: von der schnellen Nothilfe nach einer Katastrophe bis zu langfristigen Projekten mit einheimischen Partnern.
 
VENRO
 
Friedricht Ebert Stiftung
Die Friedrich- Ebert- Stiftung (FES) wurde 1925 als politisches Vermächtnis des ersten demokratisch gewählten deutschen Reichspräsidenten Friedrich Ebert gegründet
 
SEF
Die Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF) ist eine überparteiliche und gemeinnützige Einrichtung, die 1986 auf Initiative von Willy Brandt unter der Mitwirkung des damaligen Ministerpräsidenten und späteren Bundespräsidenten Johannes Rau gegründet wurde.